Grüner Besuch im Fraunhofer Institut Schmallenberg

Am 20.07.18 besuchte die Grüne Kreisfraktion das Fraunhofer Institut für Angewandte Ökologie in Schmallenberg. Schon länger bestand das Interesse, sich bei der namhaften Forschungsinstitution im Hochsauerlandkreis über den Stand der Forschungsarbeit im Bereich Bewertung von Pflanzenschutzmitteln/Umweltverträglichkeit zu informieren.  Prof. Dr. Christoph Schäfers, Bereichsleiter der Angewandten Ökologie,  nahm sich Zeit, kurz die Historie des Schmallenberger Fraunhofer Institutes und nachfolgend interessante Schwerpunkte der hier ansässigen ökologischen Pflanzenschutzmittel-Forschung zu erläutern. Dr. Dieter Hennecke führte anschließend durch das Forschungslabor. Natürlich kam auch die Diskussion auf Glyphosat. Hier zeigt sich wieder, wie differenziert das Thema „Chemischer Eingriff des Menschen“ in das natürliche ökologische System betrachtet werden muss: allein bei der Aufstellung des Testverfahrens müssen viele Wechselwirkungen zwischen Pflanzenschutzmittel, Pflanze und der Umwelt bedacht und in das Forschungsverfahren integriert werden. Man muss definieren, was genau man untersucht. Untersucht wurde bisher die direkte toxische Wirkung auf Tier und Mensch, Intensität der Anreicherung im Körper, sowie der Eintrag in das Grundwasser. Hier schneidet Glyphosat, nach dem aktuellen Stand der Forschung, bisher besser ab, als jedes andere Mittel. Nach wie vor in der öffentlichen Diskussion ist aber trotzdem der Verdacht, dass Glyphosat krebsauslösend sein könnte. Ob, wann und auf welche biochemische Weise das passieren könnte, dafür gibt es Mutmaßungen, diese sind aber noch nicht erforscht. Dieser Spur genau nachzugehen, würde eine komplett neue, andere Forschungsreihe über fünf Jahre erfordern. Die Ergebnisse könnten die Bewertung und die Akzeptanz von Glyphosat dann neu beeinflussen.

Fazit: Unsicherheiten und Risiken werden wahrscheinlich immer bleiben, wenn der Mensch chemisch in ehemals natürliche, ökologische Stoffwechselvorgänge eingreift.

Nicht-chemische Lösungen sind zeit- und energieintensiver und damit auch kostenintensiver.  Naturverträgliche und nachhaltige Landwirtschaft hat die sehr wahrscheinlich gesündere Qualität. So stellt sich einmal mehr die Frage, wie möchten wir leben und wofür sind wir bereit zu bezahlen…

 

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