Sven Giegold: Renationalisierung kann keine Probleme lösen

Die wachsende soziale Ungleichheit ist eine der Hauptursachen für den Rechtsruck und die Renationalisierungstendenzen vieler europäischer Staaten.“ In einer globalisierten Welt könne der Rückzug hinter die eigenen Grenzen jedoch keine Lösung sein, denn dafür hingen wir zu stark von einander ab.

Sven Giegold und Verena Verspohl im Cheers ArnsbergEuropapolitiker Sven Giegold war gestern Abend in der Arnsberger Altstadt zu Gast und richtete im Cheers einen flammenden Appell an die etwa 40 anwesenden Gäste für ein geeintes Europa – für die gemeinsamen Werte und Errungenschaften, die die Menschen auf unserem Kontinent seit dem Ende des zweiten Weltkrieges erreicht hätten. Die wiederkehrenden Kundgebungen des „Pulse of Europe“, die in mittlerweile 70 Städten in Europa regelmäßig tausende von Menschen zusammenbringen seien ein Mutmacher, denn nicht nur die vielen jungen Menschen, für die fehlende Grenzkontrollen, Freizügigkeit, Erasmus-Studierenden-Austausch oder der Euro Normalität sind. „Menschen aller Altersklassen zeichnen hier ein starkes Bild für Europa und es gilt, diesen „europäischen Geist“ zu pflegen und zu stärken. Nur wenn wir die zahlreichen Erfolge des europäischen Einigungsprozesses betonen können wir den Angstmachern und Populisten erfolgreich entgegentreten.“

Dabei betonte Giegold, dass zwar in den EU Entscheidungsgremien im Gegensatz zu den entsprechenden Gremien zum Beispiel in Deutschland viel mehr Transparenz gebe, aber dass es auch hier noch Verbesserungspotential gebe. Er bestärkte die Zuhörer*innen darin, sich über Petitionen, Emails an Abgeordnete oder Anrufe einzumischen. Diese würden sehr wohl von den Mitgliedern des EU Parlamentes wahrgenommen und würden auch individuell beantwortet, wenn man beharrlich sei.

Giegold konnte die Gäste mit seiner erfrischenden, humorvollen Art für Europa einnehmen und blieb keine Antwort schuldig, egal ob es um Bitcoins, Gemeinwohlökonomie oder den christlichen Glauben ging. Verena Verspohl, die Arnsberger Kandidatin zur Landtagswahl, leitete die Diskussion: „Sven hat ein starkes Plädoyer für ein vielfältiges, offenes und gemeinsames Europa gehalten und uns alle ermutigt, daran mitzuarbeiten. Ich möchte diesen Geist weitertragen in meinen Wahlkreis und stehe für genau das: Vielfalt, Offenheit und Solidarität!“

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